Schröder-Haus

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„Der neue Realismus"

Einführung in die Philosophie der Neuzeit

„Die Welt gibt es nicht", behauptet Markus Gabriel – Deutschlands jüngster Philosophieprofessor – in seinem originellen Hauptwerk. Aber das bedeutet nicht, dass es überhaupt nichts gibt, denn „wir leben gemeinsam in unendlich vielen Sinnfeldern, die wir uns auf immer neue Weise verständlich machen".

Mit Sprachwitz, Freude an geistreichen Gedankenspielen und Mut zur Provokation stellt Gabriel die ewigen Fragen der Menschheit nach Sein und Schein, nach der Existenz, nach unseren kulturellen und naturwissenschaftlichen Weltbildern und nach dem Sinn der Religion und der Kunst.

Lektüre (bitte besorgen): Markus Gabriel: Warum es die Welt nicht gibt, Ullstein-Verlag, Berlin 2013

Leitung: Dr. Gerda Pagel

Gebühr: € 40,–

Anmeldung erforderlich. Bezahlung bei Anmeldung.

27.9. – 8.11., mittwochs, 18.00 bis 19.30 Uhr, 6x
(außer 1.11.)

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Raum und Zeit und die Beschaffenheit der Wirklichkeit

Raum und Zeit bilden den Schauplatz unserer Wirklichkeit. Alles, was wir tun, denken und erfahren, findet in irgendeiner Raumregion während irgendeines Zeitintervalls statt. Doch was sind Raum und Zeit tatsächlich? Sind sie physikalische Realitäten oder einfach nützliche Ideen? Gibt es einen leeren Raum? Hat die Zeit einen Anfang? Besitzt sie eine Richtung aus der Vergangenheit in die Zukunft, wie unsere Alltagserfahrungen es nahe legen? Können wir Raum und Zeit manipulieren? Viele dieser Fragen bereiteten schon Philosophen und Naturwissenschaftlern wie Aristoteles, Galilei, Kant, Einstein und anderen Kopfzerbrechen.

Wir beschäftigen uns mit den aktuellen Ergebnissen aus der Physik und mit philosophischen Betrachtungen zu den Phänomenen Raum und Zeit.

Lektüre (bitte besorgen): Max Tegmark, Unser mathematisches Universum (2015)

Leitung: Dr. Gerda Pagel

Gebühr: € 40,–

Anmeldung erforderlich. Bezahlung bei Anmeldung.

28.9. – 9.11., donnerstags, 17.30 bis 19.00 Uhr, 6x

(außer 2.11.)

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Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?
Martin Luthers alte Frage ökumenisch neu diskutiert

Ein Lektürekurs

Martin Luther quälte eine Frage: „Wie kann ich mit meinem Leben vor dem gerechten Gott bestehen?" Er hatte Angst vor Gott, Angst vor dem jüngsten Gericht, Angst vor der Hölle. In der Bibel entdeckte Luther schließlich den gnädigen Gott. Das war der Ausgangspunkt der Reformation. 500 Jahre sind seitdem vergangen. Und wie halten wir es heute mit Gott, mit seiner Liebe und seiner Gerechtigkeit? Gibt es ein Gericht? Und warum musste Jesus sterben? Diesen Fragen werden wir nachgehen, indem wir Texte aus der Bibel und moderne theologische Texte zum Gottesbild gemeinsam lesen und diskutieren.

Am ersten Abend werden wir uns mit der Gerechtigkeit Gottes befassen und nach der Rechtfertigungslehre bei Paulus und in der protestantischen Theologie fragen. Um den gekreuzigten Gott geht es am zweiten Abend. Ob wir heute noch an den richtenden Gott glauben wollen und müssen, ist das Thema der letzten Veranstaltung.

Leitung: Dr. Anni Hentschel (Direktorin Schröder-Haus),
Dr. Rainer Dvorak (Leiter der Domschule)

Gebühr: € 25,– (ermäßigt € 20,–), inkl. Getränke

Anmeldung erforderlich. Bezahlung bei Anmeldung

5.10. – 19.10., donnerstags, 19.00 bis 21.00 Uhr, 3x

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In Kooperation mit der Domschule und
dem Verein der Freunde und Förderer von Theologie im Fernkurs

Paulus und die Aktualität der Rechtfertigungslehre

Studientag

„Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?" – Diese Frage Martin Luthers wurde zum Ausgangspunkt der Rechtfertigungslehre. Biblische Grundlage für Luther ist der Römerbrief des Apostels Paulus. Im Reformationsjahr soll die aktuelle Paulusforschung vorgestellt werden, die ein neues Verständnis der paulinischen Theologie ermöglicht. Dadurch wird der Blick auf die Rechtfertigungslehre im evangelisch-katholischen Dialog geschärft.

Leitung: Prof. Dr. Bernhard Heininger (Würzburg), Dr. Anni Hentschel (Würzburg), Prof. Dr. Dr. Hans-Joachim Sander (Salzburg)

Ort: Burkardushaus (Am Bruderhof 1, 97070 Würzburg)

Gebühr: € 50,– (ermäßigt € 45,–), inkl. Getränke und Mittagessen

Anmeldung erforderlich bis 29.9. Bezahlung bei Anmeldung

14.10., Samstag, 9.00 bis 17.00 Uhr

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Werte und Ziele von Parteien

Parteipolitische Positionen zu Familie, Wirtschaft, Migration und Bildung

Der Wahlkampf ist vorüber und eine neue Regierung ist gewählt. Dennoch bleibt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern eine gewisse Unsicherheit zurück. Denn oftmals werden die genauen Positionen der Parteien weder vor noch nach der Wahl deutlich. Wie unterscheiden sich die wirtschaftspolitischen Ziele von SPD und CDU? Welche Werte liegen der Politik der AfD zugrunde? Und welche bildungspolitische Position vertreten eigentlich die Grünen? Das werden wir bei der gemeinsamen Lektüre von ausgewählten Texten aus den Parteiprogrammen gemeinsam herausfinden.

An vier Abenden werden die zentralen Vorstellungen und Forderungen der Parteien zu den Politikfeldern Familie, Migration, Wirtschaft und Bildung anhand zentraler Veröffentlichungen der Parteien in der Diskussion herausgearbeitet. Hierfür werden aus NPD, AfD, FDP, CSU, Grüne, SPD und DIE LINKE zu jedem Politikfeld drei Parteien exemplarisch herausgegriffen, um besonders krasse Gegensätze oder überraschende Gemeinsamkeiten offenzulegen.

Leitung: Tanja Wolf, M.A., Lehrstuhl für vergleichende Politikwissenschaft und Systemlehre

Gebühr: € 40,–

Anmeldung erforderlich. Bezahlung bei Anmeldung.

18.10. – 15.11., mittwochs, 19.00 bis 20.30 Uhr, 4x
(außer 1.11.)

P50

In Kooperation mit Domschule und
Würzburger Diözesangeschichtsverein

Vom Pluralismus zum Konformismus?

Auf dem Weg zu Konfessionskulturen (1517-1617)

Aus der vielschichtigen und eher pluralistischen lateinchristlichen Religionskultur des Spätmittelalters schälten sich im Jahrhundert nach der Reformation (1517-1617) katholische und evangelisch-lutherische Konfessionskulturen heraus. Diese bemühten sich jeweils um Definition und Darstellung des Eigenen. Frömmigkeit, Verkündigung und Liturgie sollten jeweils konfessionell erkennbar sein. Lange Zeit bestimmten aber auch Übergangs- und Mischformen das Bild. Es gab sogar eine wechselseitige Befruchtung – trotz oder gerade wegen der Konkurrenzsituation. Vor allem in der Kunst blieb ein über- und interkonfessionelles Miteinander kennzeichnend. Entsprechende Prozesse in der Region Franken sind das Thema des Kolloquiums.

Leitung: Dr. Sabine Arend, Dr. Jürgen Emmert, Dr. Markus Roth, Dr. Johannes
Sander, Prof. Dr. Martin Stuflesser, Dr. Andrea Thurnwald, Prof. Dr. Wolfgang Weiß

Ort: Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg (Domerschulstraße 17, 97070 Würzburg)

Gebühr: € 18,– (ermäßigt € 10,–), Schüler und Studierende frei

Anmeldung bis 17.11. bei der Domschule Würzburg (Tel.: 0931-38643111)

25.11., Samstag, 9.30 bis 17.00 Uhr

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Johannes –
ein
Streifzug durch ein fremdes Evangelium

Lektürekurs zur Bibel

Von keiner anderen Schrift sind so viele einprägsame Bildworte bekannt. Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt." „Ich bin der gute Hirte." „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben." Das Johannesevangelium spricht zu Menschen, die in ihrem Glauben verunsichert sind, deren Gemeinschaft zu zerbrechen droht. Es verwendet eine fast schon philosophische Sprache, faszinierende Bilder, tiefsinnige Dialoge und auch irritierende Provokationen, um seine Leserinnen und Leser zu motivieren, über ihren Glauben nachzudenken und über sich selbst zu lachen.

Beim gemeinsamen Lesen und Diskutieren von Texten aus dem Johannesevangelium werden wir einen kleinlauten Petrus, einen zweifelnden Thomas, eine mutige Maria Magdalena und einen fremden Jesus besser kennenlernen.

Leitung: Dr. Anni Hentschel

Gebühr: € 20,–

Anmeldung erforderlich. Bezahlung bei Anmeldung.

27.11. – 18.12., montags, 19.00 bis 20.30 Uhr, 4x

 

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Am Anfang war alles besser?
Nachfolge in den ersten christlichen Gemeinden

Lektürekurs zur Bibel

Wer kennt es nicht, das Bild der Jerusalemer Urgemeinde: Die Gläubigen waren ein Herz und eine Seele, sie teilten all ihren Besitz, feierten Abendmahl, beteten und bezeugten das Evangelium (vgl. Apg 4). Wenn man die neutestamentlichen Texte jedoch genauer liest, zeigt sich schnell, dass auch die ersten Gemeinden aus Menschen bestehen und Konflikte dazugehörten. Schon unter den Jüngerinnen und Jüngern Jesu gab es Streit darum, wer der Größte sei. Später diskutiert Paulus mit anderen Aposteln und Mitarbeitenden in der Gemeinde, wer das Evangelium am besten verkündigt. Die Gemeinden werden aufgefordert, ihre Lehrer nicht an den Worten, sondern an ihren „Früchten", an ihrem Verhalten zu messen.

Im Seminar werden gemeinsam neutestamentliche Texte gelesen und diskutiert. Dabei lernen wir christliche Gemeinschaften kennen, die sich miteinander auf den Weg machen und die eine oder andere Herausforderung bestehen müssen.

Leitung: Dr. Anni Hentschel

Gebühr: € 20,–

Anmeldung erforderlich. Bezahlung bei Anmeldung.

17.1. – 7.2., mittwochs, 19.00 bis 20.30 Uhr, 4x